Methoden der Mittelfindung

Die Klassische Homöopathie ist ein sehr komplexes, vielschichtiges Heilverfahren. Zunächst gilt es, die Individualität eines jeden Patienten, einer jeden Patientin zu erfassen.  Dies ist die Voraussetzung dafür, das passende Heilmittel zu finden.
 
Dann ist die Auswahl an homöopathischen Arzneimittel inzwischen sehr groß geworden: Es gibt etwa 2000 homöopathische Einzelmittel, darunter so ausgefallene Mittel wie Sacharum raffinatum = der raffinierte Zucker oder Lac delphinum = Delphinmilch. Darum bedarf es manchmal verschiedener Hilfsmittel, um jenes Mittel zu finden, das zum  Patienten, zur Patientin passt.

 

1. Intuition und Erfahrung

Bei Patienten mit mittelschweren Erkrankungen und klaren, eindeutigen Symptomen kristallisiert sich das am besten passende Arzneimittel oft schon während der Anamnese heraus. Auch bei Kindern ist dies häufiger der Fall, da sie in der Regel noch nicht so komplex erkrankt sind. Sie bringen klare Symptome hervor, die deutlich auf das passende Mittel hinweisen. Zudem gibt es eine Reihe von häufig indizierten "klassischen Kindermitteln", zum Beispiel Calcium carbonicum. Kinder in der Wachstumsphase benötigen viel Calcium und bei einem Mangel entwickeln sie die typischen Symptome wie Erkältungsneigung, kalte Schweißfüße und Kopfschweiß, brüchige Nägel, Blässe und vieles mehr.



2. Repertorisation

Im Normalfall beginnt die eigentliche Arbeit einer Homöopathin im Anschluss an die Anamnese. Dann werden alle Symptome und Besonderheiten einer Patientin, eines Patienten mittels eines "Repertoriums" oder eines PC-Programms aufgelistet. Aus der Summe aller Arzneien, die diese Symptome abdecken, wird dann das am besten passende herausgesucht. Meist kommen 3 bis 4 Mittel in die engere Wahl, die ich dann in verschiedenen Arzneimittelsammlungen ("Materia medica") nachlese und miteinander vergleiche.

Falls das gewählte Mittel nach 2 Wiederholungen nicht die erwartete Besserung hervorruft, verordne ich danach das zweit- oder drittbeste Mittel. In diesen Fällen bedarf es also etwas Geduld und Vertrauen in die Behandlung.



3. Polaritätsanalyse nach Clemens von Bönninghausen

Bei akuten Erkrankungen hat sich ein Verfahren sehr bewährt, das mit speziellen Checklisten arbeitet. In diesen werden die sogenannten Modalitäten von Krankheitssymptomen abgefragt, also wodurch zum Beispiel ein Husten besser oder schlechter wird.
Diese finden Sie im Download-Bereich, so dass Sie sich die auf Ihre Beschwerden passende Liste einfach ausdrucken und in Ruhe ausfüllen können. Dann vereinbaren Sie einen Termin mit mir und ich werte die Fragebögen mithilfe eines Computerprogramms aus.

Die Beschäftigung mit den Checklisten vor dem Termin erhöht die Wahrnehmung der Patienten für ihre Beschwerden und sie beginnen zu beobachten, was ihm/ ihr gut tut bzw. die Beschwerden verschlimmert. Zum Beispiel bemerkt ein Patient, dass frische Luft bei einer akuten Sinusitis Erleichterung verschafft und dass Bücken und warme Anwendungen die Beschwerden verschlimmern.

Es ist sogar möglich, die Fragebögen telefonisch zu besprechen und auszuwerten, wenn der Patient/ die Patientin zum Beispiel bettlägrig ist. Dann reicht es, das richtige Mittel bei mir in der Praxis oder in der Apotheke abzuholen.


Dieses Verfahren, das sich Polaritätsanalyse nennt und auf einen deutschen Homöopathen namens Clemens von Bönninghausen zurückgeht, kann auch sehr gut in der Behandlung von chronischen Krankheiten eingesetzt werden. Dazu werden meist zwei Fragebögen benötigt, entweder für die beiden Hauptbeschwerden oder einer für die Hauptbeschwerde und einer für den allgemeinen Gesundheitszustand.